Wellness & Luxus

Luxus ist etwas, was niemand braucht aber viele begehren. Diesem Prinzip vermag eine nicht selten überheblich selbstgefällige Manier mancher so genannten Luxusmarke zu folgen. Doch wie viel Wahrheit ist tatsächlich darin enthalten? Welchen Luxus schöpfen wir gerne vom Leben, welche Begehrlichkeit wird greifbar und welche bleibt für immer eine lustvolle Verführung? Wie viel Sehnsucht des Unerfüllten ist glanzvoll genug, um einer Erfüllung nicht nachzueifern? Woher kommt denn die Motivation des wundersamen Rausches am persönlichen Luxusgenuss? Ist es die Gier, das pure Statusgehabe oder die zarte Connaissance des Stilvollen, etwa der Feinsinn des beflügelten Gemütes? Und wie viel von welcher Art Luxus ist lebenswichtig? Wieviel ist lebens-wert? Schließlich: was hat Luxus mit Wellness zu tun? Wie weit ist es vom Champagner im Blütenbad bis zu einem höheren Bewusstsein? Was ist ein wahrer Luxus? Dieser Frage möchte ich mich hier widmen, mit dem hoffnungsvollen Anspruch auf den – wenn auch flüchtigen – Genuss von den schönen Absichten der feinen Dinge des Lebens. Vielleicht entsteht etwas, das bleibt.

  • Share/Bookmark
  1. Raoul Kroehl sagt:

    Wenn Luxus den Reiz des Wenigen, des Kostbaren, des Exklusiven beinhalten soll, gehört sicher der Begriff „Zeit“ dazu. Das vielleicht kostbarste Gut überhaupt – zwar handel-, aber nicht speicherbar – ist in unserer modernen Zeit extrem zweischneidig geworden: wir streben nach Zeit, wir schenken Zeit, wir kaufen Zeit, aber es ist genau dieselbe Zeit, welche Krank macht – in Form von Stresssymptomen.

    Definiert man den Begriff Wellness richtig, also gerade auch in Richtung Prävention, stellt sich die Frage, inwieweit der Wellnessmarkt die richtigen Antworten auf die Frage nach den Ursachen von Stress, Techniken zur Stressvermeidung und individueller Stresstherapie zur Verfügung stellt und was die Zukunft hier noch bringen wird. Vieles bleibt an der (kosmetischen) Oberfläche, doch zur Körperpflege gehört auch die Seelenpflege – die ganzheitliche (holistische) Sichtweise des Menschen.

    Wenn Luxus aber den monetären Begriff darstellen soll, muss man sich bewusst werden, dass hier ein absolutes Nischenprodukt angeboten wird: für einen kleinen Personenkreis innerhalb der Bevölkerung, die sich den „Luxus“ einer Wellnessbehandlung auch leisten kann. Sollte sich Wellness hier nicht stärker demokratisieren, erreichbar für breitere Bevölkerungsschichten? Welche Angebote könnten dies leisten, auch gesehen vor den Kosten, welche entstehen?

  2. Mit Luxus meine ich nicht unbedingt die käuflichen Angebote, die über Image und Preis eine Aura von kostspieliger Exklusivität verströmen. Ich sehe Luxus als einen Status des wachen Bewusstseins, als die Freiheit, seine Aufmerksamkeit Dingen zu widmen, die einem persönlich gut tun, vermeintlich aber eher in die Kategorie L`art pour l`art gehören. Ich meine eine persönliche Kompetenz, Sinnbezüge zu einer Essenz des Lebens herstellen zu können, die unter der Oberfläche von Dingen liegt. Persönliche Werte ausleben zu können. Und damit eine Wahrheit leben, die wiederum die Urquelle der Gesundheit darstellt.
    Es braucht tatsächlich Zeit, um alles richtig zu genießen. Damit der Genuss auch wirklich fruchtet. Einen Tag ungestört in Muße zu verleben heißt, einen Tag lang ein Unsterblicher zu sein, nicht wahr?

  1. Keine Trackbacks fr diesen Beitrag bis jetzt vorhanden.

Leave a Reply