Suchst Du Wellness, gehe in den Garten!

Projektfoto von Terramanus Landschaftsarchitektur: Private Parkanlage
Projektfoto von Terramanus Landschaftsarchitektur: Privater Wellnessgarten

Es klingt verblüffend simpel und das ist es auch: Der perfekte Ort der Entspannung ist ein ansprechender Garten, denn er spiegelt den Wellnessgedanken in idealer Weise wieder.

Da der Mensch ein Teil der Natur ist, bleibt eine gepflegte, gesunde Naturumgebung für ihn der stärkste Indikator für wahre Harmonie und Sicherheit. Hier kommt Mensch zur Ruhe. Daher eignet sich das authentische Naturerlebnis auch in besonderem Maße, um ein starkes Wohlgefühl und tiefe Zufriedenheit zu schaffen.

Wie bei einer Indoor-Wellnessoase verlangt allerdings auch der Wellnessgarten ein hohes Maß an ästhetischer, bautechnischer aber auch gärtnerischer Detailqualität. So gestaltet wird dieses lebende Paradies seine auf feinste Sinnenswahrnehmungen sensibilisierten Besucher und Besucherinnen dann jedoch überzeugend bedienen, über viele Jahre und – in wechselndem Antlitz – zu jeder Jahreszeit.

Die Basis dafür ist immer ein zielgruppengerechtes und klug abgewogenes Nutzungskonzept. Formal kann der Wellnessgarten dann edel und exklusiv daherkommen, opulent wirken oder puristisch oder er kann auch einfach nur ein völlig unberührtes Naturbild in feinen Konturen nachzeichnen. Die Möglichkeiten sind so vielfältig wie dieser wunderschöne Planet.

Doch dann ist dieses grüne Refugium vor allem nur noch eines: ein wunderschöner Garten… – findest Du nicht?

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  1. Jürgen Woldt sagt:

    Was Du geschrieben hast, finde ich toll. Ich denke aber, es geht bei Wellness nicht – wie Du geschrieben hast – um Wohlfühlen und Zufriedenheit. Die Gegenwart der Natur, ob nun inndoor oder outdoor, dient der Autenthizitätsentwicklung von Menschen. Wenn diese erreicht ist, kann und sollte daraus Wohlbefinden und Zufriedenheit resultieren. Die Gegenwart der Natur sollte also den Bewußtseinszustand deines Seins aktivieren. Wenn es dich nur kuriert im Sinne von Wohlbefinden und Zufriedenheit, so ist es eine blosse Kurationsmaßnahme und zu oberflächig ohne Nachhaltigkeit. Ich sehe die wunderbare Umgebung der Natur als Impulsgeber für mich, um mir eine bessere Handhabung meines Lebens zu ermöglichen und in dieser Handhabung einen Sinn zu sehen. Wenn das geschehen ist, gibt es einen Nebeneffekt und das sind Wohlbefinden, Genuss, Zufriedenheit, usw.
    Liebe Grüße
    Jürgen Woldt

  2. Manuel Sauer sagt:

    Lieber Jürgen Woldt,
    ich glaube hinsichtlich der Definition von Zufriedenheit etc. sind wir gar nicht so weit auseinander.
    Doch wie sähe denn jetzt einmal ganz konkret Deine ideale Wellnessumgebung draußen aus, sagen wir, wenn Du einen Wunsch frei hättest? Ist es zum Beispiel einfach die blühende Wiese mit einer Bank unter einem alten Apfelbaum oder das komfortabel ausgestattete Outdoor-Spa?
    Welche funktionalen und gestalterischen Aspekte wären Dir besonders wichtig?
    Liebe Grüße
    Manuel Sauer

  3. Lutz Hertel sagt:

    Herr Sauer, ich glaube, Sie machen einen wirklich guten Job. Aber die Frage, wo sich Wellness eigentlich abspielt, lohnt sich weiter zu verfolgen. Man könnte der Meinung sein, es ist der Garten, der den Menschen in einen Wellness-Zustand versetzt, wenn er denn entsprechend funktional (und damit auch emotional wirksam) gestaltet ist. Aber nach meinem Verständnis (was sich wohl mit dem von Jürgen Woldt deckt) ist Wellness gar kein Zustand, der von außen erzeugt wird, sondern es ist ein innerer Prozess, eine Lebenshaltung, eine Mentalität, sich im Sinne seiner eigenen Natur und seiner Potenziale bis zum letzten seiner Tage zu entfalten und dies bewusst und in vollen Zügen zu genießen. Glück, Zufriedenheit, Wohlbefinden, etc. zu empfinden gelingt ja nicht in erster Linie durch die äußeren Reize und Bedingungen, sondern durch die Empfänglichkeit dafür. So möchte ich sagen: In Ihren Gärten drückt sich Ihr eigener Wellness-Prozess aus – und mich macht es froh, daran teilhaben zu dürfen.

  4. Manuel Sauer sagt:

    Herr Hertel, jetzt bekomme ich aber doch den Eindruck, wir diskutieren etwas aneinander vorbei.
    Mit meinem Beitrag im Themenbereich ‚Wellness-Gestaltung‘ möchte ich zunächst einmal nur den Naturaspekt als Gestaltungskriterium einbringen und seine Verwendungschancen für private und gewerbliche Wellnessprojekte diskutieren.

    Meine Baustelle ist ganz pragmatisch die funktional, technisch, gärtnerisch und ästhetisch möglichst optimale sowie vor allem auch wirtschaftliche Gestaltung von ‚wellnessbetonten‘ Außenräumen (Stichwort ‚Green Spa‘ u. ä.). Es geht in meinem Beitrag also lediglich um das, was andere männliche und weibliche Architekten und Bauunternehmer mit Gebäuden oder Innenräumen in diesem Segment machen, machen sollten oder nicht machen sollten.

    Vielleicht lassen Sie sich einmal darauf ein: Wellnessgarten – das klingt irgendwie einleuchtend, doch was ist das? Was unterscheidet ihn überhaupt vom ‚normalen‘ Garten? Ist er nur ein Trendbegriff für grüne Sinnespfade oder bietet er bestimmte sinnvolle Inhalte darüberhinaus? Was sagt uns der Gartenbegriff heute überhaupt?
    …Oder auch: Wie sähe ‚Dein‘ persönlicher Wellness-Garten aus – und warum?
    Viele Grüße
    Manuel Sauer

  5. Lutz Hertel sagt:

    Es wurden in den 90er Jahren Wellnessgärten entwickelt, in denen mithilfe von aufwändiger Verkabelung und Lautsprecher-Installationen aus Hecken Naturgeräusche zu hören waren, die per CD eingespielt wurden. Man könnte nun sagen: Viele Wege führen nach Rom. Falls Sie den Eindruck gewonnen haben, ich hätte etwas gegen Wellnessgärten oder würde die Idee nicht verstehen: mitnichten. Wir haben hier in Düsseldorf einen buddhistischen Tempel mit einem großen japanischen Garten. Ich meine, die Zen-Gärten sind mit großer Akribie und Achtsamkeit gestaltet, in ihnen spiegeln sich gewisse ästhetische Aspekte, die gleichsam den Sinnen des Betrachters schmeicheln und ihn in einen wünschenswerten inneren Zustand versetzen. Dann erinnere ich mich an meine Kindheitstage, die ich am liebsten auf der wilden Wiese vor dem Wald verbrachte. Hier hatte niemals eine Hand manipulativ in die Natur eingegriffen. Sollte ich nun Gestaltungskriterien für einen “Wellnessgarten” definieren – so müsste ich passen. Nochmals: Verstehen Sie mich bitte nicht falsch. Mich berühren die Fotos der von Ihnen gestalteten Gärten fundamental. Insofern schaffen Sie mit Ihren Gärten auch Anlässe oder Gelegenheiten für den Gartenbesucher, sich seiner eigenen Wohlbefindensbedürfnisse und -präferenzen bewusst zu werden – und sie unter anderem im Garten als einem lebenswerten Ort auszuleben. Was mich (und auch Jürgen Woldt) in der Diskussion bewegt, ist die Frage, ob Wellness ein Attribut von Socken, Tee, Musik, und letztlich auch Gärten ist, oder vielmehr etwas anderes, was wir als Lebenskompetenz bezeichnen, als die Fähigkeit, nach freier Wahl und Entscheidung für sich selbst gesunde, sinnvolle Wege zur Lebensqualität zu gehen. Jürgen Woldt hat gerade einen neuen Beitrag zur Wellness-Agenda ergänzt: Warum braucht Wellness neue Namen? Auch darin finden sich Erläuterungen zu unserem Verständnis.

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