Eine dankbare Zielgruppe
Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten und ihr Potential für das Wellness Marketing

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Gluten, Laktose, Fruktose oder Histamin … es gibt viele Inhaltsstoffe in unseren Nahrungsmitteln, die manchen Menschen im wahrsten Sinne des Wortes „Bauchschmerzen“ bereiten. Und nicht nur das – wer an einer Unverträglichkeit dieser Stoffe leidet, muss bei Verzehr mit einer Vielzahl von Beschwerden rechnen: Gewichtsverlust, Durchfall, Erbrechen, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Hautreizung, Müdigkeit, Stimmungsschwankungen, u.v.m.
Urlaub trotz oder mit Zöliakie?
Da diese Intoleranzen nicht heilbar sind, hilft nur eine strikte Diät – ein lebenslanger Verzicht auf alle Speisen mit dem unverträglichen Inhaltsstoff.
Nehmen wir das Beispiel Zöliakie: eine Unverträglichkeit gegen das in vielen Getreidesorten vorkommende Gluten. Schon kleinste Mengen können den Körper langfristig schädigen. Daher gibt es für die Betroffenen – über 400 000 alleine in Deutschland – keinen spontanen Snack zwischendurch, kein unbeschwertes Dinner im Restaurant.
Viele Menschen mit Zöliakie scheuen sich, wegzufahren oder auszugehen – aus Angst, auf Unverständnis zu stoßen oder versehentlich falsche Lebensmittel zu sich zu nehmen. Umso dankbarer sind sie, wenn sie besondere Angebote finden, die ihnen ein garantiert glutenfreies Essen oder einen glutenfreien Urlaub ermöglichen! Gerade die Wellness-Branche, in der sich alles um körperliches Wohlbefinden und Genuss dreht, sollte auf diese Bedürfnisse eingehen.
Eine Marketing-Lücke?
In Ländern wie Österreich, Italien oder in Skandinavien sind Zöliakie-Betroffene schon längst als wichtige Zielgruppe identifiziert worden – einem Trend, dem Deutschland noch hinterherhinkt. Dabei zahlen sich spezielle Zöliakie-Angebote im Wellnessbereich aus. Das zeigen unsere eigenen Erfahrungen:
Seit August 2009 konnten wir für zwei Wellnesshotels in den Dolomiten 201 Conversions und eine Click-Through-Rate von 6,3% erreichen. Mit entsprechenden Kampagnen bei Google und Yahoo sowie Direct E-Mail Marketing an Zöliakie-Betroffene. Nur zur Orientierung: Ein CTR-Wert unter 1 ist schlecht, liegt er zwischen 1 und 3 gilt die Marketing-Maßnahme bereits als erfolgreich.
Ob es an der steigenden Zahl der Erkrankten oder am steigenden Bewusstsein für diese Erkrankungen liegt – die Nachfrage nach Angeboten für Menschen mit einer Nahrungsmittel-Unverträglichkeit wird in Zukunft steigen.
Sich darauf einzustellen lohnt sich: für die Betroffenen wie für die Anbieter!
Wir haben gerade einen Kommentar von Dr. med. Axel Bolland erhalten (Premium Selection Hotel BollAnt´s im Park, Bad Sobernheim). Dr. Bolland ist ein sehr anerkannter Gluten-Experte:
Die Spitze des Eisbergs
In Deutschland leiden von rund 82 Millionen Menschen „nur“ 400.000 an Zöliakie/Sprue. Bei dieser Krankheit werden durch Antikörperbildung gegen Gluten, das Klebereiweiß in Weizen, Roggen und Dinkel, die Dünndarmzotten zerstört. Die Zöliakiekranken müssen diese Getreidearten nahezu 100%ig meiden.
Wenn wir von Glutenintoleranz sprechen, so hat diese Gruppe eine 100%ige Intoleranz. Nun gibt es sehr viel mehr Menschen, fast 80% der Deutschen, die eine relative Glutenintoleranz haben. D. h., kleine Brotmengen, Nudeln und Pastagerichte werden vertragen. Diese Menschen dürfen zumindest nicht täglich glutenhaltige Nahrung zu sich nehmen.
In den letzten 4 Jahren ist eine deutliche Zunahme an glutenfreien Backwaren im Angebot aller Handelsketten zu beobachten, was mit zunehmender Nachfrage nach glutenfreier Nahrung korreliert. Immer mehr Menschen wird bewusst, dass Gluten aus Weizen, Dinkel und Roggenprodukten nicht nur für die Zöliakie/Sprue, sondern auch für Bluthochdruck, rheumatische Beschwerden ( Weizengicht), Polyarthrose, Migräne, Erschöpfung bis Burnout, hohe Infektanfälligkeit, ( Brotschnupfen), Asthma, Demenz und viele andere Erkrankungen verantwortlich ist.
Für Deutschland ist festzustellen, dass glutenfreie Ernährung in der Ausbildung der Köche fehlt, so dass die meisten Hotelküchen der Nachfrage nach glutenfreier Ernährung noch nicht gerecht werden können.
Quelle: „Pro Gesundheit – contra Gluten“ Dr. med. Axel Bolland, Romantikhotel „Bollants im Park“ Bad Sobernheim ISBN 3-934672-15-9 Co-Med Verlag