Nachhaltigkeit im Spa Betrieb – mal anders gesehen

Immer wieder interessant ist die Tatsache, dass wir uns in der Spa-Industrie dem Thema Wellness in geschriebenen wie auch gesprochenen Worten gerne widmen. Schade nur, dass Nachhaltigkeit offensichtlich sehr viel mehr betreffend Bau und Energie, denn Betrieb und Personal diskutiert wird. Nachfolgend ein paar Gedanken zum Thema “Nachhaltigkeit beim Qualitätsanspruch und Betrieb im Spa- und Wellnessbereich” mit ein paar Punkten zur Selbst-Reflexion:

1. Wann wurde in meinem Unternehmen das letzte mal ein Quality Check durchgeführt?

2. Gibt es in meinem Spa auch das in der Hotellerie übliche “morning meeting” in dem aktuelles zum Tag, Gästen, Abläufen besprochen wird?

3. Wann wurden meine Anwender im Spa das letzte Mal hinsichtlich der Einhaltung von Standards, Gastumgang als auch Gastorientierung geschult, bzw. deren Status erfasst?

4. Sind meine Qualitätsvorstellungen in Handbuch, Standards und internem Schulungskonzept dokumentiert, didaktisch als auch umsetzbar dargestellt?

5. Liegt mir ein Stärke- & Schwächeprofil aller meiner Mitarbeiter vor?

6. Kann ich klar benennen, was meine täglichen Führungs- und Leitungswerkzeuge des Spa Managements sind?

7. Wann wurden Ihre Gäste das letzte mal befragt, betreffend Aufenthalts-, Betreuungsqualität, Zufriedenheitsparameter?

8. Gibt es einen “Actionplan” zum Thema “Qualitätssteigerung” im Spa und wissen alle Mitarbeiter davon?

….bekanntlicher Weise ist die 8 die Zahl der Unendlichkeit. Diese Punkte lassen sich nahezu unendlich weiterführen. Nachhaltigkeit beginnt mit Selbstreflexion – in vielen Fällen, dazu möchte ich anregen und wünsche viel Erkenntnis und Freude am Aufarbeiten! Ganz im Sinne von Dr. Friedrich Assländer:

Veränderungen — Menschen müssen ihre geistige Komfortzone verlassen, das Vertraute, das Gewohnte, um etwas in ihrem Leben zu verändern. Das Neue ist risikobehaftet, es löst Unsicherheit aus. Deswegen wird es von den meisten Menschen vermieden. Die Bereitschaft für diesen Schritt kommt entweder aus einem großen Leidensdruck oder aus der Begeisterung für ein lohnendes Ziel. Diesen Schritt immer wieder zu wagen ist die einzige Möglichkeit, ein zufriedenes Leben zu führen.

Dagmar Rizzato

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  1. Lutz Hertel sagt:

    Ein Sprichwort sagt: Der Appetit kommt beim Essen. So kommt es mir auch meistens vor, wenn es um das Thema Qualitätsentwicklung in der Spa- und Wellnessbranche geht. Seit 2002 bieten wir die von Dagmar Rizzato angebotenen Quality Checks an und verleihen bei Erfolg ein anerkanntes Qualitätssiegel. Viel zu wenige Spas machen davon bislang Gebrauch. Die Interessenten kommen in der Regel, weil Sie gerne unser Zertifikat am Eingang hängen hätten. Das ist okay. Im Laufe der Zertifizierung verstehen Sie dann aber häufig erst den eigentlichen Nutzen und Wert dieser Investition: Die Chance zur Selbstreflexion auf Basis des Prüfberichtes, in dem all die ungenutzten Potenziale zur Qualitätsverbesserung zum Vorschein kommen. Die meisten Betriebe, die diesen Quality Check einmal gemacht haben, bestellen ihn nach zwei Jahren vor allem wegen dieses gründlichen und emotionsfreien Feedbacks wieder. Ich erkenne andererseits bei vielen, die Ihr Ziel bei dem Check nicht wie gewünscht erreichen, den Ehrgeiz und das Feuer, es doch besser zu können und den unmittelbaren Antrieb, konsequent an der eigenen Verbesserung zu arbeiten. Das Zertifikat beim nächsten Mal mit einer höheren Bewertung zu erlangen wird dann zu einer “Begeisterung für ein lohnendes Ziel”, wie Dagmar Rizzato so schön die Worte von Friedrich Assländer zitiert. Freuen würde ich mich, wenn viel mehr Spas diesem Weg folgen – und die guten Tipps von Dagmar Rizzato beherzigen würden.

  2. Hildegard Dorn-Petersen sagt:

    „Miss es oder vergiss es” ist ein beliebter Leitsatz von Qualitätsprüfenden. Oft werde ich gefragt: kann man Werte und Dienstleistungsqualität denn messen? Es reicht nicht aus, nur gut zu sein oder einen guten Eindruck machen. Zu der tatsächlichen Messung in Form von Checklisten, Dokumentationen und Handbüchern gehört immer auch der Blick nach vorne – der Focus darauf, zu verbessern oder noch besser zu werden. Wie Lutz Hertel richtig feststellt, nutzen noch viel zu wenige Spa-Betreiber und Hoteliers die Möglichkeit eines Qualitätsaudits durch den DWV. Das Zertifikat als Schild an der Türe oder als Signet im Veranstalterkatalog ist eigentlich nur Nebensache, trotz aller Bedeutung als Marketing-Tool. Richtig verstanden hat die Bedeutung einer kontinuierlichen Qualitätssicherung, wer sich intensiv und in allen Abteilung mit dem Prüfbericht auseinander setzt.

    Ich kann alle Anbieter nur einladen, die Anregungen von Dagmar Rizzato mit Begeisterung aufzunehmen. Dies gilt vor allem für diejenigen, die vor kurzem oder gerade jetzt eine Spa- und Wellnessanlage in Betrieb genommen haben. Oft beobachte ich in der Praxis, wie sich Unternehmer als Bauherren täglich mit großem Enthusiasmus auf der Baustelle bewegen, planen und überwachen. Doch mit der Eröffnung ist die Luft dann raus – aber eigentlich sollte die Arbeit dann eigentlich erst beginnen. Zum einen im Sinne des wirtschaftlichen Erfolges, den man damit erzielen will. Vor allem aber im Sinne des Gastes. Dass er im Mittelpunkt aller Aktivitäten steht, wird all zu oft vergessen.

    Hildegard Dorn-Petersen

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