Das Leben verstehen

Was wäre, wenn es eine Universität zum Thema „Leben“ geben würde? Eine Lebensuniversität ohne die üblichen Verdachtsmomente, dass es eine Sekte sein könnte. Wenn dort das Leben als Lehrfach in toto behandelt werden würde und nicht in seinen vielen immer spezieller werdenden Bestandteilen wie bisher (Wissenschaft, Spiritualität, Gesundheit, Krankheit, Technologien etc)? Wenn wir die wichtigsten Informationen zum Thema Leben in gebündelter Form, in verständlicher Sprache und mit praktischen Handlungsanwseiungen erhalten würden? Diplom-Lebens-Wissenschaftler. Eine Art Führerschein fürs Leben.  Würden wir Zusammenhänge besser begreifen? Würde wir von vorneherein integrativer denken? Gäbe es eine große Nachfrage?

Würde mit diesem Wissen unser Wohlbefinden dann automatisch steigen? Wären wir dann weniger krank?

Ich denke schon. Noch muss sich  jeder von uns alles selbst zusammen suchen und einen Reim draus machen. „Trial and error“ wie es so schön heisst. Sicher gäbe es viele, die sagen würden, dass ein Teil des Lebesnsinnes und des Lebensgenusses es ist, das Leben einfach zu leben und nicht zu studieren. Das wäre doch langweilig. Sicher, das kann ich verstehen. Mir persönlich erscheint eine Art Führerschein hilfreich zu sein. Die zunehmende Alterung schenkt uns eine Menge weise Menschen, die wir zum Thema Leben interviewen könnten und daraus lernen könnten,  besser zu leben, d.h.  konkret das Leben besser zu verstehen, besser in Gang zu kommen, mehr Möglichkeiten zu nutzen und sich dabei  immer wohler zu fühlen.

Schöne Grüße vom Isartor,
Zarmina Penner

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  1. Lutz Hertel sagt:

    Tolles Thema, Frau Penner. Mir fällt dazu ein: Jeder will seine Fehler selbst machen. Aber es gibt bestimmt auch ein paar (wie viele), die gerne vorher wüssten, was man falsch und wie man es richtig machen kann – wenn es denn diese “goldenen Lebensregeln” in gewisser Allgemeingültigkeit gibt. Ich habe von dem Begriff “Life Competence” gehört, der mir gut gefällt. Letztlich verstehe ich auch Wellness so und mit mir zumindest Don Ardell. Es gab in den letzten zwei, drei Jahren einen Boom von Ratgeberbüchern, z. B. “KörperWissen”, “Du (Eine Bedienungsanleitung)”, usw. Die Idee der am Individuum ansetzenden Prävention hofft ja auf ein entsprechendes Interesse in der Bevölkerung. Aber wer liest das, wen erreichen diese Botschaften? Vielleicht hätten wir eine Chance, wenn die Vermittlung dieses Wissens so selbstverständlich wie der Biologieunterricht wäre. Die Schüler würden das Fach bestimmt nicht alle lieben, aber sie wären einen gewissen Teil ihrer Schulzeit damit zumindest konfrontiert. Es gibt bereits eine deutsche Schule, an der das Fach “Glück” unterrichtet wird. Ich habe Szenen aus dem Unterricht in einem Filmbeitrag gesehen und war davon begeistert.

  2. Interessant. Life Competence ist ein guter Begriff. Ich glaube, der Andrang wäre groß, vor allem jenseits von 30 Jahren. So ab 30 bleibt man hier und da mal im Leben stecken und dann braucht man Hilfestellungen. Ich stelle oft fest, dass das Thema Leben insgesamt für viele Menschen interessant ist. Das eigene Leben und man selbst darin ist überhaupt das Interessanteste, was es gibt. Ich kenne wirklich keinen, der nicht auf sich selbst neugierig ist. Sie spachen neulich neue Geschäftsmodelle für Wellness an. Das hier wäre so ein Startpunkt fürs Nachdenken…

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