Die Lebensschule

Im Moment geht mir folgendes immer wieder durch den Kopf: Die meisten Menschen, die ich treffe, sind Zeit ihres Lebens mehr oder weniger stark damit beschäftigt Defizite auszugleichen, die in den ersten 14 Jahren ihres Lebens entstanden sind. Dann gibt es solche, die es verdrängen. Die Defizite sind jedoch trotzdem da. Manche Defizite führen zu Krankheiten und manche nur zu Befindlichkeitsstörungen. Die Spanne der Folgeerscheinungen ist breit. Daraus sind ganze Selbsthilfe- und Beratungs-Industrien oder sagen wir gar die ganze Wellnessindustrie entstanden.

Die Defizite sind hauptsächlich Liebes- und Anerkennungsdefizite. Diese Defizite formen das Leben nachhaltig. Nach Aaron Antonovsky, dem Vater der Gesundheitsförderung, können sie in einigen Fällen auch zur Höchstleistung anspornen.

Mich interessiert das Thema sehr, denn oft steht es hartnäckig zwischen dem Menschen und dem Wohlbefinden. Was sind die nachhaltigsten Wege daraus? Müssen wir eine Schule für werdende Eltern einrichten und sie über diese Dinge besser aufklären? Müssen wir Schulen für alle Menschen einrichten, die systematisch ihre Defizite angehen und ausgleichen möchten? Oder sollen wir die Angebote, die wir haben, besser bündeln und nach Art des Defizits ausrichten? Müssen wir mehr nach dem Sinn einer Erkrankung als Botschaft der Seele und Hinweis auf ein Defizit forschen? Brauchen wir eine Lebensschule?

Sicher können wir hier mehr tun.

Schöne Grüsse vom Isartor,
Zarmina Penner

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