Den Ball spielen: hin zum richtigen Wellness-Verständnis
Dass sich die Spa-Industrie in einem zunehmenden Maß mit einem ganzheitlichen Wellness Verständnis, ist eine beeindruckende Entwicklung. Dies gilt auch für den zunehmenden Gebrauch des Wellness-Begriffs, wie er es früher im englischen Sprachgebrauch nicht der Fall war und mir erstmals auf dem GSS 2009 in Interlaken aufgefallen war.
Das Wichtigste an der neuen STR-Studie ist aus meiner Sicht, dass nicht nur eine brancheninterne Nabelschau betrieben wurde. Zu Grunde liegen zwei Befragungen, die der Industrie wie auch der Kunden. Beim erstgenannten Kreis zeigten sich die Antworten standortunabhängig. Für die Verbraucher ist eine Aussage schwierig, da es sich zum einen nicht um eine repräsentative Erhebung handelt und zum anderen ein deutlicher Schwerpunkt auf Nordamerika liegt, welches 63% aller Befragten stellt. Europa stellt einen Anteil von 20%, der Asia-Pazifische Raum rund 15%. Über ihre persönliche Definition von Wellness waren sich erstaunlicher Weise beide Gruppierungen einig: „Lebensqualität“.
Die Menschen sind in zunehmendem Maße bereit, Selbstverantwortung zu übernehmen und gesünder leben. Was sie dazu tun sollten, wissen sie schon. Vielmehr brauchen sie, wie Don Ardell ausführt, Hilfestellung wie sie das wohl am besten umsetzen und dabei bleiben

Philippe Bourguingnon, Keynote Speaker GSS 2010
Die Lösung wäre die Erfindung eines „Concierge Service“, über die sich Philippe Bourguignon als Keynote-Sprecher auf dem GSS Gedanken machte. Der Retter von Euro Disney ist vor allem für den gelungenen Turnaround von Club Med, aber auch als Gastgeber beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos bekannt. Der CEO von „Revolution Places“ mit Sitz in USA entwickelt heute neue touristische Konzepte, die helfen einen gesunden Lebensstil zu implementieren, wie beispielsweise im Miraval in Tucson, Arizona.
Es ist eine tolle Leistung, dass die Verantwortlichen des Global Spa Summit gemeinsam mit STR International diese Grundlagenstudie auf den Weg gebracht haben, ganz zu schweigen davon, mit Murad einen Sponsor zu finden. Die Untersuchung ist ein klares Bekenntnis zu einem ganzheitlichen Wellnessverständnis und kann als Anstoß zu weiteren Taten dienen. Daher sollte man nicht darüber meckern, wo noch Defizite sind und was man hätte besser machen sollen.
Eines wird aus meiner Sicht rund um den Globus nicht wirklich gelingen: eine weltweite, verbindliche Definition für WELLNESS zu finden, auch unter aktiver Hilfe von Vordenkern wie Don Ardell. Dazu ist der Kuchen schon jetzt zu groß, STR spricht von einem Marktvolumen von 2 Billionen US $. Da kann es nicht ausbleiben, dass jeder sein Süppchen kocht und sich seine Auslegung passend zum jeweiligen Geschäftsinteresse zu basteln.
Ich lade Sie ein, die angestoßene Diskussion auf dem Deutschen Wellness Gipfel im August diesen Jahres in Düsseldorf fortzusetzen und gemeinsam nach Lösungsansätzen zu suchen. Sie treffen dort auf Philosophen und Praktiker, Journalisten und Querdenker und sicherlich auf ein interessantes Publikum. Ganz besonders freue ich mich auf das Wiedersehen mit Don Ardell.