Beitrag Tag‘ Emotion ’

Der feine Sinn für Pitahaya©

Geposted Allgemein, Luxus Wellness am März 14th, 2010 von Katarina Banach – Be the first to comment

pitahaya3“Sorge für den Luxus, und die Notwendigkeiten werden selbst Sorge für sich tragen,“ witzelte einst der Dandy Oscar Wilde. Leider versäumte er zu sagen, was Luxus ist. Sind es Trüffel aus dem Perigord oder etwa Valrhona Schokolade? Eine warme Decke auf dem Nordpol? Oder den frisch ersteigerten Picasso fußläufig heim zu tragen, da der persönliche Chauffeur gerade heute frei hat? Und überhaupt: was sollen wir vom Luxus halten? Ist es bloß Konsum? Oder eine der natürlichsten Sachen der Welt?

Im alltäglichen Gebrauch ist Luxus ein nicht essenzielles Ding, aber zielführend für Genuss und Komfort, etwas Kostbares oder schwer Erreichbares. Der Ursprung im Lateinischen mündet in Bedeutungen wie „Extravaganz“, „Pracht“ oder „Magnifizenz“. Aber es gibt auch Luxus im Sinne von „fern“ und „deplatziert“. Eine gängige Definition meint ganz einfach das, was sich die wohlhabenden 0,2 Prozent der Weltpopulation leisten können, etwa in einem Unter-Wasser-Restaurant zu dinieren und umgeben von Barracudas und Piranhas Sushi zu verspeisen. Oder eine Weltraumreise zu buchen.

Ist es aber doch nicht mehr als Geld und ausschweifende Lebensart?
Die Wirtschaftswoche schrieb einmal, Luxus sei ein Zustand des Bewusstseins und weniger des Portemonnaies. Es ist vielmehr die Freiheit von Verpflichtungen und Zwängen. Luxus bewusste Menschen zelebrieren nämlich ihr Leben als eine Kostbarkeit. Und pflegen ihre Unabhängigkeit, jeden Tag. Fern vom Trend, fern vom Mainstream, fern von jeglicher Autorität. Sie wenden sich von Dingen ab, sobald diese in den Allgemeingebrauch geraten oder gar selbstverständlich werden. Wenn jeder Kaviar ist, wird Knäckebrot zur Delikatesse.

Die Idee des „Auszukommen ohne“ hat eine ganze Industrie erschaffen: Tüchtige Manager besuchen Spas, um Trost vom bewegten Leben zu finden. Hier fließt die Zeit anders, ohne Handys, ohne Laptops, ohne Pflichten. Fasten-Weekends sollen für Reinigung der Sinne sorgen und helfen dem Geist, sich wieder zu sammeln. Nicht weniger begehrt sind Klosteraufenthalte, die in wenigen Tagen einen dazu bringen, über das wirklich Wichtige im Leben nachzudenken.

Ist nicht hier der wahre Sinn von Wellnessangeboten verborgen?

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Form follows Function???

Geposted Allgemein, Luxus Wellness, Medical Wellness, Spa, Wellness Gestaltung am März 3rd, 2010 von Joachim Hallwachs – 1 Comment

 

In dem Leittext der Themenübersicht ist mir dieser Satz aufgefallen.

Für die Wellness-Branche gilt die Formel „Form follows Function“.

Ist dies wirklich so?? Ich behaupte, Nein, dies kann nicht richtig sein.

Dieser Ansatz ist ebenso falsch wie „Function follows Design“.

Beides ist gleichermassen unrichtig.

Erfolgreiche Innenarchitektur muss beide Formeln auf gleich hohem Niveau umsetzen.

Dafür ein einfaches Beispiel:

Wenn ich für eine Treatment-Suite das unentbehrliche Nutzmöbel (Trolley oder Festeinbau) designe und dies wunderschön mache, jedoch die Funktion vernachlässige, wird dies die tägliche Arbeit der Mitarbeiter erschweren. Sie werden damit nie glücklich sein und dies auch nonverbal kommunizieren.

Wenn ich jedoch jede Schublade exakt in die richtige Position bringe, alle Einschübe auf die jeweiligen Produkte perfekt abgestimmt habe, das Möbel am Ende aussieht wie aus der Zahnarztpraxis (nichts gegen Zahnärzte, aber auch hier könnte man über die Gestaltung von Behandlungsräumen durchaus nachdenken) entsprungen, wird dies das Raumfeeling und Wohlgefühl des Gastes nicht positiv stimulieren.

Beide dieser Formeln müssen daher nicht nur auf gleich hohem Level erfüllt werden, sondern sie müssen vor allem dem Weg „Function and Design follows Emotion“ folgen. Wir entwickeln keine Produkte, wir verkaufen in der Hotellerie, in Thermen, in Day Spa`s Träume. Wir wollen unsere Klienten „glücklich“ machen.

Daher muss für den Innenarchitekten immer die erste Frage sein: „Für wen gestalte ich den Raum und welches Gefühl möchte ich in diesem Raum vermitteln“. Der Mensch steht im Mittelpunkt aller Planspiele, alles andere entwickelt sich dann daraus.

Gez. Joachim G. Hallwachs

 

Treatmentroom ASIA

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Beauty für echte Männer

Geposted Allgemein, Wellness Marketing am Februar 11th, 2010 von Swen Laempe – 3 Comments

>> Fortsetzung des Artikels zu Limbic® Sales Kaufen ist reine Kopfsache.

© Leah-Anne Thompson – Fotolia.com

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Von Innovativen und Performern

Etwas haben der Innovative und der Performer gemeinsam: Sie hassen Stillstand! Allerdings aus unterschiedlichen Motivationen heraus. Während beim Performer der Wunsch nach Dominanz stark ausgeprägt ist, sucht der Innovative ständig nach Stimulanz.

Deshalb ist Klettern des Innovativen liebster Sport. Hier bekommt er den Spaß und Kick, den er braucht. Zudem spricht ihn das Image des Trendsports an: Kletterer sind individuell, frei, risikobereit. Der Performer hingegen möchte vor allem Leistung zeigen und sich mit anderen messen – zum Beispiel beim Golfen. Wer hat das niedrigere Handicap? Er will es wissen! Außerdem passt Golfen zu seinem Selbstbild: Auch wenn es längst ein Sport für jedermann geworden ist – das Image des gepflegten Freizeitvergnügens hat es behalten.

Wie verhalten sich die beiden nun in der Wellness-Welt?

Der Performer versucht, es möglichst lange in der 90°C heißen Sauna auszuhalten – natürlich auf der obersten Bank –, um dann ins eiskalte Wasser zu springen. Unter dem Namen „Beauty für echte Männer“ gönnt er sich danach eine vitalisierende und straffende Gesichtsbehandlung mit Kaviar-Gel. Der Innovative genießt eine Behandlung namens Bali Boreh – deren Wirkstoffe sich lesen wie das Rezept für ein indonesisches 3-Gänge-Menü – und vergnügt sich danach unter der prickelnden Erlebnisdusche mit eingebautem Soundsystem.

Diese Beschreibung ist natürlich plakativ und stereotyp. Limbic® Types sind keine homogenen Gruppen. Aber die Zuspitzung hilft uns, emotionale Muster innerhalb der Gruppe zu erkennen – und sie für gezieltes Marketing zu nutzen!

Also wie bewerben wir ein Angebot, das die Performer ansprechen soll?

Durch Exklusivität! Diese kann zum Beispiel durch den hohen Preis oder durch ein begrenztes Kontingent entstehen. Außerdem müssen wir den persönlichen Nutzen des Performers herausstellen. Ihm klarmachen, warum genau dieses Angebot ihn weiterbringt. Begriffe wie „stark, kräftigend, leistungssteigernd, dynamisch, jung, luxuriös, anspruchsvoll, Energie, Power, Gewinn, Marktführer, das Beste“ sind für den Performer Schlüsselwörter.

Der Innovative hingegen will individuelle Angebote, die er flexibel auf sich zuschneiden kann. Sie sollten nicht nur den aktuellen Trends folgen, sondern ihnen am besten einen Schritt voraus sein. Das muss auch die Wortwahl vermitteln: „neu, exotisch, flexibel, ausgefallen, besonders, individuell, einzigartig, frei, innovativ, frisch, Trend, Spaß“ – diese Begriffe beschreiben seine Welt. Und nur, wenn wir ihn dort abholen, kann unser Wellness Marketing erfolgreich sein!

Im nächsten Artikel “Wellness ist weiblich! Oder?” erfahren Sie mehr über die Bewahrer und die Unterstützer. Bis dahin freue ich mich über Ihre Kommentare.

Swen Laempe

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Kaufen ist reine Kopfsache

Geposted Allgemein, Wellness Marketing am Februar 1st, 2010 von Swen Laempe – 2 Comments
Die Kaufentscheidung trifft der limbische Lappen.

© Andreas Odersky - Fotolia.com

Wir denken, wir kennen unsere Zielgruppe. Durchschnittliches Alter, Familienstand, Einkommen. Aber wissen wir auch, wie sie tickt? Was in ihren Köpfen vor sich geht? Das sollten wir besser. Denn die Kaufentscheidung fällt im Kopf!

Hirnforscher haben herausgefunden: Das Entscheidungszentrum für unser Kaufverhalten ist der limbische Lappen. Der Teil unseres Gehirns, der für die Emotionen verantwortlich ist. Er entscheidet im Bruchteil einer Sekunde, was uns gefällt und was nicht. Der Verstand dient nur dazu, die Entscheidung nachträglich zu rechtfertigen. Um ein Produkt oder eine Dienstleistung erfolgreich zu vermarkten, müssen wir also nicht an die Ratio der potentiellen Kunden appellieren, sondern ihre Emotionen wecken. Ihnen ein gutes Gefühl verkaufen.

Die Wellnessbranche – Experten für gute Gefühle?

Wohlbefinden … das ist die Kernkompetenz der Wellnessbranche. Emotionsgerichtetes Marketing sollte für uns ein Leichtes sein. Doch auch wir wissen häufig viel zu wenig über die Gefühlswelt unserer potentiellen Kunden, um sie wirklich gezielt anzusprechen. Das gilt nicht nur für die Marketingstrategie, sondern auch für die Auswahl der Spa-Angebote, die Einrichtung der Massageräume und die Betreuung des Gastes vor Ort. Das Gesamtpaket muss stimmen. Denn ein Konzept, das nicht stimmig ist, enttäuscht die Gefühle und unbewussten Erwartungen des Gastes.

Also lernen wir unsere Wellness-Gäste etwas genauer kennen!

Die emotionale Zielgruppe

Für das Kaufverhalten sind nach Dr. Hans-Georg Häusel, Diplom-Psychologe und Entwickler der Limbic® Sales Methode, drei emotionale Motive bestimmend: Stimulanz, Balance und Dominanz. Auch wenn jeder Mensch alle Motivationen in sich trägt, sind sie doch von Person zu Person unterschiedlich stark ausgeprägt. Kunden mit ähnlichen Gefühls- und Wertesystemen können wir zusammenfassen. Sie ergeben unsere emotionalen Zielgruppen: die Bewahrer, die Unterstützer, die Innovativen und die Performer. In den folgenden Artikeln möchte ich sie Ihnen näher vorstellen.

>> Fortsetzung: Beauty für echte Männer

Bis dahin freue ich mich über Ihre Kommentare. Haben Sie die limbische Methode schon ausprobiert? Schildern Sie uns Ihre Erfahrungen …

Swen Laempe

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